Mercedes-Benz Dichte in Albanien

  • #1

    Guten Abend.

    Ich bin derzeit dabei, die Eindrücke meiner dreiwöchigen Italien-/Balkantour zu verarbeiten. Die zahlreichen Wahrnehmungen und Erlebnisse müssen sich bei mir erst noch setzen. Die Reise war äußerst bereichernd, wenngleich auch sehr anstrengend. Es war mein erster Aufenthalt auf dem Balkan, und ich konnte einen kurzen, doch aufschlussreichen Einblick in die ehemaligen jugoslawischen Republiken sowie in Griechenland und Albanien gewinnen. Besonders erschreckend, oder präziser ausgedrückt, wurde mir sehr deutlich bewusst, wie räumlich nah die Jugoslawienkriege doch stattfanden und welch nachhaltigen Einfluss sie bis heute auf das Leben der Menschen haben.


    Nun zu meiner eigentlichen Frage: Eine Beobachtung, die mir besonders ins Auge stach, war die außergewöhnlich hohe Präsenz von Mercedes-Benz-Fahrzeugen in Albanien. Ob alt oder neu, klein oder groß, schlicht oder luxuriös, Rechtslenker oder Linkslenker – gefühlt war jedes Auto ein Mercedes. Ich habe mich ernsthaft gefragt, wie dies finanziert wird. Albanien weist eines der niedrigsten BIPs in Europa auf. Vielerorts wirkte das Land zerfallen und infrastrukturell zurückentwickelt, doch vor den Türen standen oft Mercedes-Fahrzeuge. Dass es sich dabei um ein besonderes Statussymbol handeln muss, ist mir bewusst, jedoch sind die Straßenverhältnisse dort keineswegs für solche Fahrzeuge ausgelegt. Ich richte meine Frage an die Runde, in der Hoffnung auf die „Forums-/Schwarmintelligenz“: Wie können sich die Menschen dort derart teure Luxusautos leisten und deren Unterhalt bestreiten? Und, ist es euch, die auch schon dort waren, genauso aufgefallen?

    Wir wissen nichts - das ist das Erste

    Deshalb sollten wir sehr bescheiden sein - das ist das Zweite

    Dass wir nicht behaupten zu wissen, wenn wir nicht wissen - das ist das Dritte


    (Karl Popper, Philosoph)


    Spritmonitor

  • #3

    Als ich 2010 das erste Mal in Albanien war, zaehlte ich mal entgegenkommende Fahrzeuge. Ich weiss die Zahlen nicht mehr, aber etwa 6 von 10 hatten einen Stern. Viele waren aeltere Modelle, die als besonders zuverlaessig galten. Das hat wohl quasi Tradition.

    Waehrend spaeterer Touren schien der Prozentsatz zu sinken. Ich kann mir vorstellen, das viele der Autos gebraucht bzw. als Unfallauto ins Land kamen.

  • #4

    Habe albanische Freunde, allerdings eher sehr wohlhabend die Familie und die teilen diese Beobachtung - beim letzten Besuch dort haben wir das Thema auch mal angesprochen . Aber auch da gilt: Über Geld spricht man nicht - "Geschäfte" - und wenn man sich seinen Teil denkt, ist auch oft etwas Wahres dran. :lachen:

    MZ RT 125 00  //  CBR 600 F (PC31) 98 // CB 600 F (PC36) 02 // ATAS 1100 (SD09) 22 // Monkey 125 (JB03) 24 // Tenere 700 (DM15) 24

  • #5

    Viele sind bei uns "Schrottfahrzeuge", dort aber nicht. Sie werden solange repariert bis sie wie aussehen wie neu, auch wenn mal ein Airbag fehlt oder der Rahmen verzogen ist.


    Außerdem arbeiten viele mehrere Monate im Ausland (wie z. B. der Schweiz oder Deutschland) und sparen sich dort das Geld zusammen. Das haben viele Albaner uns unabhängig voneinander erzählt.


    Zum Thema, die sind ja alle nur geklaut:

    Bei meiner Tour sind uns auch sehr sehr viele Autokontrollen der Polizei aufgefallen, besonders von etwas teureren Fahrzeugen. Da Albanien in die EU möchte ist das vielleicht Notwendig.


    Insgesamt, hatte ich aber nie das Gefühl, als ob ich Angst um Mein Fahrzeug haben müsste. In Frankreich, Italien oder Spanien habe ich mehr Angst. Liegt aber vermutlich auch daran, dass die Albaner Motorräder nicht interessiert.

  • Hey,

    dir scheint die Diskussion zu gefallen, aber du bist nicht angemeldet.

    Wenn du ein Konto eröffnest merken wir uns deinen Lesefortschritt und bringen dich dorthin zurück. Zudem können wir dich per E-Mail über neue Beiträge informieren. Dadurch verpasst du nichts mehr.


    Jetzt anmelden!