Ventilspielkontrolle 50000km

  • #1

    Wollte hier meine Erfahrungen teilen mit der Ventilspielkontrolle bei 50000 km. Die erste Kontrolle hat die Werkstatt bei 24tkm gemacht; die zweite wollte ich jetzt selber machen. Das Gute: das Spiel war überall i.O. - v.a. die Einlassventile waren alle bei 0,18mm an der oberen Toleranzgrenze, was mir den Ausbau der Nockenwelle ersparte. Die beiden rechten Auslassventile waren je 1/100 zu „eng“ bei 0,2 mm. Dank Kipphebel kein Problem - wenn auch ziemlich schlecht zugänglich und ziemlich fickrig bei der Einstellung der Schrauben. Was ich aber als fürchterlich empfinde - im Vergleich zu meiner alten RD07, die ich diesbezüglich auch schon als suboptimal empfunden habe - ist die schlechte Zugänglichkeit des Zylinderkopfdeckels und der Zündkerzen. Allein den Tank abzubauen, ist ein idiotischer Aufwand. Dann noch das ganze Verkleidungsgeraffel, den Luftfilterkasten, das Drosselklappengehäuse, die Zündspulenträgerplatte, die Kühler lösen und Dutzende von schlecht zugänglichen Steckern und Schläuche trennen. Ich hab keine Ahnung, ob ich den ganzen Kram wieder zusammen bekomme. Ob das in der Mongolei machbar ist ? Ich bin echt enttäuscht von der Wartbarkeit und war am Tag der Demontage so frustriert, daß ich am liebsten die CRF wieder verkauft hätte.
    Vielleicht bin ich altmodisch, aber das entspricht nicht meinen Vorstellungen von einem einfach zu wartenden Motorrad, das für Fernreisen geeignet sein soll.
    Das mögen andere anders sehen - mich wird das aber beim nächsten Mal vom erneuten Kauf einer CRF abhalten. Dann muß es eben doch wieder ein alter Einzylinder sein ![image][/image]

  • #2

    Da bin ich deiner Meinung.
    Wartungsfreundlich ist dieses Modell nicht.
    Da verstehe ich dann sogar die Werkstatt, das Ventile Einstellungen Sau teuer sind.


    Viel Spaß beim Einbau :D
    Ich habe dann die blöden Schläuche an der Airbox weglassen nach tausend erfolglosen Versuchen.
    Das nächste Mal baue ich glaube ich die Kühler komplett ab um besser an die Zündkerzen zu kommen und werde die Zündkerzen Stecker vorher mit WD40 fluten, da hatte ich echt Angst das ich die Abreise.


    Was ich sonst immer noch mache, alle Stecker markiere ich immer farblich dann braucht man beim zusammenbau nicht groß überlegen, zudem kann man die glaub ich gar nicht vertauschen.


    Grüße
    Simon

  • #3

    Vorsicht mit dem schlauch, bei mir sammelt sich im linken regelmäßig öl. Nicht dass dei dir dass öl auf den Motor tropft [emoji848]
    Schöne grüße Mathias


    Gesendet von meinem SM-A320FL mit Tapatalk

  • #5

    Was ich aber als fürchterlich empfinde - im Vergleich zu meiner alten RD07, die ich diesbezüglich auch schon als suboptimal empfunden habe - ist die schlechte Zugänglichkeit des Zylinderkopfdeckels und der Zündkerzen. Allein den Tank abzubauen, ist ein idiotischer Aufwand. Dann noch das ganze Verkleidungsgeraffel, den Luftfilterkasten, das Drosselklappengehäuse, die Zündspulenträgerplatte, die Kühler lösen und ...


    Die Wartungsfreundlichkeit ist wirklich nicht gut - um es milde auszudrücken. Aber das ist bei allen modernen Motorrädern leider so - Boxermotoren vielleicht mal ausgenommen. Auch moderne Einzylinder sind da kaum mehr besser. Bei XR, DR, XT und wie sie alle hießen die 20 Jahre alt sind schaut das natürlich noch anders aus.


    Zitat von SIR

    Ob das in der Mongolei machbar ist ? Ich bin echt enttäuscht von der Wartbarkeit und war am Tag der Demontage so frustriert, daß ich am liebsten die CRF wieder verkauft hätte.
    Vielleicht bin ich altmodisch, aber das entspricht nicht meinen Vorstellungen von einem einfach zu wartenden Motorrad, das für Fernreisen geeignet sein soll.


    Das hier kann ich so nicht stehen lassen. Bei einem Wartungsintervall von 24tsd km kann man es sich doch schon recht gut einteilen, dass man so eine Wartung nicht unbedingt in der Steppe der Mongolei oder im Altaigebirge selbst und alleine machen muss. Und wenn man mal ein paar tausend Kilometer drüber geht um diese Arbeiten zumachen bzw. machen zu lassen, wo wieder entsprechende Infrastruktur vorhanden ist, dann wird das der Motor auch ganz locker wegstecken und nicht gleich den Dienst versagen.

  • #6

    Und heute habe ich noch die 4 Kerzen „geschwind“ ausgebaut. Ebenso ein Drama. Man sollte doch annehmen, daß es eine Prämisse bei der Konstruktion ist, daß in der Kerzenflucht schlichtweg genug Platz sein muß, um den Kerzenschlüssel anzusetzen und die Kerze dann mit Schlüssel herausziehen zu können. Pustekuchen ... Das kann man doch heute alles am 3D-CAD wunderbar kontrollieren. Meine Interpretation: das wurde auch kontrolliert - dabei war aber der Layer „Verschlauchung und Verkabelung“ nicht aktiviert. So ist an praktisch jedem Kerzenloch irgendein Kabel, Schlauch oder Stecker so unglücklich im Weg, daß es nur mit Biegen, Schieben und Hebeln und immer kurz vor dem Punkt „Scheiße, jetzt reißt gleich was ab“ zu meistern ist.
    Ich will hier nicht meckern und auch unser Moped nicht schlecht machen - aber man fragt sich doch, ob das alles so sein muß. Mir hat Basteln immer Spass gemacht - aber so nicht mehr ! Das ist doch auch für die Werkstätten ein Graus !

  • #7

    Ich kann hier dem TE nur zustimmen! Es ist schlichtweg eine Katastrophe, was Honda hier zusammen geschustert hat. Meine Schrauber-Kumpels haben alle gelacht, als ich erzählte, dass man die Kühler aushängen muss, um an die Zündkerzen ran zu kommen. :doh:
    Und nein, es sind nicht alle modernen Moppeds so. An meiner KTM 690 mache ich die Ventilkontrolle in 30 Minuten.
    Dabei wäre es einfach gewesen, ein paar wenige Details so zu ändern, dass die nervigsten Arbeiten wesentlich leichter gingen. So hätte man die inneren Zündkerzen so anordnen oder Kabel/Schläuche so verlegen können, dass man die Zündkerzen nach oben entnehmen kann, ohne die Kühler auszuhängen. Besonders genervt haben mich auch die beiden Kühlerlüfter, an denen die ganzen Kabelbäume befestigt sind. Es wäre einfach gewesen, das so zu designen, dass die Lüfter mitsamt Plastik und Kabelbäume ausgeklinkt und weggeklappt werden könnten. Und bis heute kann ich nicht verstehen, warum man den Lufftilterkasten so zerfurcht gestaltet, dass das "hoch gegurgelte" Motoröl nicht wieder einfach die Motorentlüftung zurück fließen kann und man stattdessen 3 zusätzliche Ablaufschläuche benötigt, die man zudem noch regelmäßig entleeren muss. Es ist eine tierische Fummelei, beim Einbau des Luftilterkastens wieder alle Schläuche und Kabel anzuklemmen. Inzwischen habe ich den hinteren der 3 Ablaufschläuche durch einen, wenige cm längeren PVC-Schlauch vom Obi ersetzt, womit das Einfädeln des Schlauches deutlich einfacher geht.
    Zu allem Überfluß hat sich bei mir beim Zusammenbau die Ventildeckeldichtung im Bereich des Rahmenbrustrohrs etwas verschoben, was man aber ohne Röntgenblick nicht erkennen konnte. Das Malheur erkannte ich erst, als beim Probelauf (also nachdem der Tank schon wieder drauf war) das Motoröl über die Krümmer ergoss. Ich musste also erneut alles zerlegen. :evil:


    [attachment=1]Kd24_2.jpg[/attachment]


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  • #8

    Danke für die Beschreibungen, insgesamt ein fürchterlicher Aufwand für eine Serviceaktion.


    Wie genau und motiviert schraubt da erst ein Lohner, wenn der Hof voller Maschinen steht und der Cheffe im Nacken...


    Dann weiß ich ja, was auf mich zukommt. Dagegen ist mein K75 Motor der BMW ein schrauberisches Wellnessprogramm.


    Gruß Frank

    „Die Welt ist nicht voll von Idioten sondern sie sind strategisch so verteilt, daß einem ständig einer über den Weg läuft!“

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