Grundsatzdiskussionen zu Waren aus Fernost
-
-
-
-
-
#113 Ähnlich wie bei unserer Filter-Kaffeemaschine: War "Made in Portugal"; aber nach ca. 15 Jahren jetzt undicht.
Jetzt das nahezu gleiche Modell vom selben "Hersteller" ist "Made in China". Wesentlich leichter, dünner und labbeliger vom Plastik her, als die alte Maschine. Und sicher auch nicht so langlebig
. -
-
-
#115 Moin,
ich habe mal eine Zeitlang mit meiner Firma selbst Musikinstrumente aus China importiert. Daher habe ich auch mir viele Produktionsstätten in China angesehen und mit den entsprechenden Leuten gesprochen. Hauptsächlich ging es hier um Gitarren und Schlagzeug Zubehör.
Zur Qualität ist ganz einfach folgendes zu sagen "What you pay, is what you get" Wenn man möchte kann man in China ein E- Gitarren ähnliches etwas für ganz 3$ erwerben. Dementsprechend ist aber auch die Qualität. Das Holz ist nicht abgelagert, die Mensur passt nicht die Saiten rosten.... Man kann aber auch 100$ ausgeben und bekommt durchaus brauchbares Material. Hier ist es dann auch so das die Arbeitsbedingungen für die Leute sich schon von den der anderen Fabrik unterscheiden. Hier gibt es geregelte Arbeitszeiten, etwas Urlaub und auch sonstige Vergünstigungen.
Das Alles erklärt aber immer noch nicht den Preis einer solchen Gitarre. Selbst für 100$ ist es auch in China nicht möglich so etwas kostendeckend zu produzieren. Jetzt kommt der Staat ins Spiel. Das fängt an bei stark subventionieren Rohstoffen, über extrem günstige Energiepreise bis hin zu mietfreien Produktionsflächen. Wenn der Chinamann dann auch noch selbst exportiert wird hier der Transport und auch die anfallenden Zölle ebenfalls wiederum vom Staat subventioniert. Das alles führt dann dazu das die Gitarre für mich zwar immer noch 100$ kostet aber wen der Chinamann das Teil selbst exportiert hier dann plötzlich nur noch 80$ kostet und dafür auch über verschiedene Plattformen an den Endverbraucher verkauft wird.
Ich hingegen kaufe 100$ in China ein, bis ich die Sachen hier habe, verzollt, versteuert, ROHS angemeldet, alle Zertifikate besorgt habe und und und. Liegt die Gitarre schon bei ca. 220$. Bei heutigem Dollarkurs sind das dann rund 190 Euro auf die ich meine Kalkulation anwenden muss. Gegenüber eine Ware die ich von einem Großhändler beziehe muss ich hier noch eine Garantierücklage bilden, eine Versicherung für die Produkthaftung abschließen, Marketing betreiben, evtl. einen Laden mit Mitarbeiter bezahlen.... Damit kommt so eine Gitarre auf irgendwo zwischen 500 und 600 Euro raus. Die Gitarre direkt aus China kostet halt nur ein Bruchteil dessen. Mir muss aber hier bewusst sein das ich auf ganz viele rechtliche und auch andere Dinge verzichten muss. Man kann ja mal versuchen einen Chinamann zu verklagen oder eine Wandlung durchzusetzen.
Geht man nun wie KTM oder BMW mit einem Chinamann ein Joint Venture ein und hat vielleicht sogar Anteile an dem entsprechenden Unternehmen, entfallen dennoch ein Großteil der staatlichen Subventionen. Und in der EU fallen wiederum alle rechtlichen Dinge an die es hier so gibt und einen Haufen Geld kosten.
Zum CE Zeichen in China habe ich auch eine eigene Erfahrung gemacht. Hat diese Zeichen hier in Europa noch eine Gewisse Aussagekraft bezüglich der Qualität, Sicherheit und Herstellung. Ist das in China definitiv nicht der Fall. Wir wollten hier einen Scheinwerfer importieren. Daraufhin haben wir uns einen Lieferanten ausgesucht der uns eine ganze Reihe Muster geschickt hat. Keiner Dieser Scheinwerfer war in irgendeiner Art und Weise VDE Konform oder hatte ein CE Zeichen. Wir haben den Lieferanten daraufhin angesprochen und nachgefragt. Er meinte hier nur ein VDE Zertifikat wäre kein Problem das können er ausstellen und zum fehelenden CE Zeichen hat er mir eine Reihe Bilder geschickt und ich solle mir einfach eins aussuchen. Auf die Frage ob er den auch die nötigen Änderungen zum erlangen der VDE oder CE, wurde dies verneint, Er wüsste ja gar nicht was hier gefordert ist und die Lampe leuchtet ja auch ohne diese Sachen.
Wir haben dann nichts in China gemacht was mit Strom zu tun hat.
Zu den Politischen und Menschenrechtlichen Dingen in diesem Land sehe ich das Ganze auch sehr skeptisch. Aber auch hier findet eine Entwicklung statt. Das Land ist noch sehr weit von einer Demokratie entfernt. Westliche Wertvorstellungen bezgl. Menschenwürde und einem sozialen Miteinander sind ebenfalls nicht gegeben. Hier sorgt sich der Staat eben mehr oder weniger Gut um die Menschen. Dies ist unter anderem auch ein Grund warum wir den eigenen Import aus China eingestellt haben.
Was ist mein persönliches Fazit aus der ganzen Sache. Wir importieren nichts mehr selbst aus China, jedoch komme ich nicht umhin Ware aus China anzubieten um meinen Laden zu betreiben. Ich persönlich versuche Produkte aus China soweit es mir möglich ist zu vermeiden. Leider ist das aber nicht so einfach möglich zum einen aus wirtschaftlichen Gründen, zum anderen weil es gar nicht möglich ist. Beispielsweise habe ich eine neue Personenwaage benötigt, hier habe ich leider kein Produkt gefunden was nicht irgendwas aus China enthält.
Das ist meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema.
Gruß Robert
-
#116 Ich gebe zu, ich bestelle immer wieder Sachen von Aliexpress als Privatmann.
Das alles mit gemischten Gefühlen. Hier handelt es sich nur um wirklich kleine Dinge. Das größte was ich gekauft habe war ein elektronisches Handheld Oszilloskop und eine Wärmebildkamera. Beides funktioniert gut für den Preis.
Ansonsten bestelle ich Adapter (USB) und Arduino Dinge, wie z.B. Sensoren, kleine Leiterplatten für Zusatzfunktionen oder auch Mal mit Arduino programmierbare LED's. Diese Dinge machen einen sehr guten Eindruck. Ach ja, und ein Topcase für die AT für 85€.
Einmal habe ich zwei USB-Ladegeräte gekauft, die gleich in den Müll wegen fehlender CE Kennzeichnung geflogen sind. Rücksendung hat sich nicht gelohnt.
Ganz schlimm ist Temu, wo ich nichts mehr bestelle.
Wir kommen nicht drumrum. China ist ein globaler Player.
Wenn es um politische Einstellungen geht können wir auch langsam überlegen nichts mehr aus den USA zu kaufen. Nur, dann können wir das Forum hier dicht machen.
-
-
-
#118 Was natürlich der Haken ist: Bezüglich Konformität haftet der Inverkehrbringer, lies: Der Importeur. Wenn man Sachen direkt bei Temu bestellt, ist man natürlich gekniffen, aber zum Beispiel CF Moto wird von einer Firma Hans Leeb in Österreich importiert. Die sind dafür verantwortlich, dass Cf-Moto-Moppeds, die in Deutschland verkauft werden, allen gängigen Bestimmungen genügen. Und ich nehme an, dass die Rechtsabteilungen der Konkurrenz da sehr genau drauf achten werden.
-
-
#119 Dennoch habe ich ganz allgemein den Eindruck, dass die "Massenware", die für den ganz normalen Käufer produziert wird, in der Qualität in den letzten 20 Jahren nachgelassen hat. Wenn man wirklich gute und hochwertige Artikel haben will, muss man auf irgendwelche Luxuslabel ausweichen, die dann eben auch saftige Preise haben. Das normale Zeugs ist so irgendwie "Mittelstandsschrott" geworden.
Wie gesagt, ist ein Gefühl, das mich zunehmends beschleicht.
-
Hey,
dir scheint die Diskussion zu gefallen, aber du bist nicht angemeldet.
Wenn du ein Konto eröffnest merken wir uns deinen Lesefortschritt und bringen dich dorthin zurück. Zudem können wir dich per E-Mail über neue Beiträge informieren. Dadurch verpasst du nichts mehr.
Jetzt anmelden!