Grundsatzdiskussionen zu Waren aus Fernost

  • #131

    Mal ne Frage am Rande:

    „Macht es wirklich Sinn, hier nun sämtliche ältere Gerätschaften aufzulisten, die ihren Dienst noch nicht quittiert haben?“

    Der direkte Vergleich, wie bei der weiter vorn erwähnten Pfanne, deren Produktionsstandort sich verlagert hat, macht für mich da schon Sinn. Aber Aufzählungen ohne das Vergleichs- / Ersatzprodukt?


    Grüße aus dem wilden Süden,

    Allgeier72

  • #132

    Sinn macht das sowieso alles nicht, weil wir ja praktisch alternativlos dem Konsumdruck ausgeliefert sind. Eine Mikrowelle bekommt man heute für 69 Euro und kann sie wegschmeißen, wenn sie dreckig geworden ist und sich eine neue holen. Kein aktueller Hersteller möchte, dass seine Produkte 40 Jahre halten. Dann verkauft er ja keine mehr.

  • #133

    Die Frage ist doch:


    Warum endet dieser Thread nicht in "wahr" oder "falsch" sondern in "gut" oder "böse"?

    Wir wissen nichts - das ist das Erste

    Deshalb sollten wir sehr bescheiden sein - das ist das Zweite

    Dass wir nicht behaupten zu wissen, wenn wir nicht wissen - das ist das Dritte


    (Karl Popper, Philosoph)

  • #135

    Man kann ja zu chinesischen Mopeds stehen wie man will - aber eines ist sicher: Je größer deren Marktanteil in Europa wird geraten die etablierten Hersteller unter Druck. Und zwar sowohl preislich als auch ausstattungsmäßig und nicht zuletzt sogar bei den Ersatzteil- bzw. Zubehörpreisen. Und das ist für uns Verbraucher ja erstmal nicht verkehrt! Im Geldbeutel hört Ideologie nämlich ganz schnell auf, insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten wie heute.

    Ob alle Marktteilnehmer diese neue Herausforderung langfristig überleben ist die andere Frage... Im PKW-Sektor (der in D als systemrelevant gilt) wurde ja seitens der EU bereits reagiert und man hat Mindestpreise für chinesische Autos festgelegt. Womit man aber andererseits auch wiederum die chinesische Autoindustrie stärkt...

    Viele Grüße


    Holger


    Yamaha Tracer 7 GT (2025)

  • #136

    Der Kunde, also Wir, war immer bereit einen höheren Preis zu bezahlen, vorausgesetzt, die Ware ist den Mehrpreis wert.

    Man hat den Mercedes, die Miele Waschmaschine oder andere Produkte gekauft weil man wusste, dass die "Deutsche Wertarbeit" zwar etwas mehr kostet, aber die Produkte dafür auch ewig gehalten haben.

    Zumindest war das vor 30 Jahren noch so.

    Dadurch hat die Wirtschaft in Europa gelebt und wir waren zufrieden mit den gekauften Produkten.


    Die Gier hat dazu geführt, dass heute weder ein Mercedes, noch eine Miele auch nur annähernd ewig halten.

    Kosten Drücken, Gewinne maximieren, das ist die Devise.

    Die Teile kosten zwar noch immer deutlich mehr, aber sind genauso "Minderwertig" wie die Konkurrenzprodukte aus Fernost.

    Kein Wunder, die Komponenten stammen ja auch aus den selben Billiglohnländern wie die der "Konkurrenz".


    Gefühlt sieht das im Moment nur bei den Japanern anders aus.

    Aus dem Grund Fahre ich Toyota und Honda, und habe meinen Mercedes (der mich viele Jahre immer wieder enttäuscht hat) verkauft....


    Die Motorräder und Autos aus China sind nur die logische Konsequenz aus der Vorgehensweise in der Vergangenheit.

    Die Teile die sie "für uns" gefertigt haben schrauben sie jetzt selbst zusammen und verkaufen das komplette Produkt.

    Ihre Motoren laufen vom selben Band. Die Steuergeräte kommen aus dem selben Regal im Lagerhaus.

    Was sie unterscheidet ist das Händler- und Werkstattnetz das sich noch im Aufbau befindet, aber bald auch auf Stand sein wird.


    Mir stellt sich nicht die Frage OB sie die bekannten Marken verdrängen, es ist nur die Frage wie schnell sie das tun.


    Für unsere "Premium-Hersteller" gäbe es nur ein Überleben wenn sie wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren würden.

    Innovation, Qualität und somit haltbare Produkte.... Aber das ist nicht so rentabel (zumindest auf kurze Sicht) wie die aktuelle Vorgehensweise.

    Heute hat ein CEO einen 3 Jahresvertrag und wird an den Gewinnen in dieser Zeit gemessen, ergo wird optimiert was geht, egal was das für die Zukunft des Unternehmens oder der Mitarbeiter bedeutet.


    Daher wird das nicht passieren.... Sorry für den Ausflug, ich musste das loswerden :rolleyes: .

    ATAS BJ.2024 (ja, die mit dem 19" Vorderrad) in Tricolor :love:

  • #137

    ich stimme zwar im Prinzip zu (deutsche Hersteller gleichen den Mehrpreis nicht mehr durch höhere Qualität der Produkte aus), aber bei der Geschwindigkeit der Marktdurchdringung habe ich meine Zweifel. Zunächst einmal passen chinesische Fahrzeuge bisher noch nicht zu den "klassischen" Anforderungen, die in Europa galten. Also hohe Verarbeitungsqualität und hochwertige, moderne Ausstattung. Die chinesischen Töffs, die ich bisher gesehen habe, erfüllen meine Anforderungen an Verarbeitungsqualität (z.B. Spaltmaße, Geräusche) noch nicht, wobei ich die ganz aktuellen Modelle zugegegebenermaßen noch nicht kenne. Und auch Autos: mir geht es primär ums Fahren, alles drumrum ist da eher nettes Gimmick. Chinesische Autos sind in allererster Linie Entertainment-Geräte, die eigentliche Fahrt bzw. das Fahrerlebnis ist da nebensächlich.



    Auch chinesische Hersteller lernen und das wird sicher irgendwann kommen, allerdings glaube ich nicht daran, dass das zeitnah passieren wird. Ich mein 2025 kamen chinesische Marken bei den Neuzulassungen gerade einmal auf 2,4%


    Frontalangriff aus China: Marktanteil chinesischer Autos wächst enorm
    Im abgelaufenen Jahr 2025 konnten China-Marken erheblich wachsen, dahinter steckt eine neue Strategie. Wir nennen die Verlierer und die Senkrechtstarter.
    www.auto-motor-und-sport.de


    Das heißt, dass 97,6% aller Neu zugelassenen PKW von nicht-chinesischen Marken stammen. Und China versucht seit vielen Jahren mit massiven Verlustgeschäften (Preise bewusst zu niedrig angesetzt, um Marktanteile zu bekommen), in den europäischen Markt zu drängen. Die neuen Zölle gelten nur für E-Autos und der Zuwachs im letzten Jahr (von 1,4 auf 2,4%) ist hauptsächlich auf einen Hochlauf der (nicht von Zöllen betroffenen) Hybrid-Modelle zurückzuführen. Trotzdem bloß 2,4%


    Europäischen Käufern ist tendenziell ein Händlernetz wichtig, wo man hinfahren und sich die Fahrzeuge anschauen und ausprobieren kann und die auch brauchbaren Service und Ersatzteilsupport mit kurzen Lieferzeiten anbieten. Da gibt es bisher noch keinen einzigen Hersteller, der auch nur entfernt auf das Niveau eines etablierten Herstellers aufschließen konnte.



    Daher ja, China wird kommen. Bis man aber nennenswerte Stückzahlen an chinesischen Fahrzeugen auf deutschen Straßen sieht, werden noch einige Jahre vergehen. Zumal China irgendwann in das gleiche Problem läuft, wie Deutschland/Europa: Die Fertigung dort war historisch vor allem deshalb so billig, weil die Arbeitsbedingungen näher an Sklavenhaltung, als an europäischen Standards dran waren. Das kann man aber als Land nicht unendlich lang machen. Auch in China steigt die Lebensqualität für die Angestellten und damit die Herstellungskosten. Schlussendlich werden sich chinesische Produkte nicht mehr erheblich günstiger Herstellen lassen, als Deutsche, womit dann der Preisvorteil dahin wäre.

  • #138

    Also ich sehe das ein wenig anders.


    Ich bin letztes Jahr eine Kove 800X Probegefahren. Dieses Motorrad geht definitiv in die richtige Richtung,


    1. überhaupt nicht überladen mit Elektronik und Gimicks

    2. Endlich mal ein Motorradhersteller der wieder leicht baut.

    3. Das Motorrad ist (gerade auch durch das geringe Gewicht) eine Fahrmaschine.

    4.Spaltmasse, ( wo kann man an einem Motorrad Spaltmasse bewerten?) und Verarbeitungsqualität sind top.


    wenn ich dem Motor ( KTM -Basis, Nockenwelle...) trauen würde, was ich nicht tue, wäre das mein Motorrad.

    kein Konstantgasruckeln mehr, Kupplung und Getriebe ein Traum, Verarbeitung und Armaturen sind hochwertig.

    klar sind es bis jetzt vielleicht nur 2,5% an Neuzulassungen, aber ich behaupte, ende nächstes Jahr sind es schon 5%


    Die hauen so viele neue Modelle raus, da gibt es zwangsläufig ein paar Modelle die richtig einschlagen.

    -CF Moto 450

    -CF Moto 800/ 1000

    -Rieju 307

    Voge 800 etc.


    und der grosse Unterschied zu vielen Herstellern , die hören auf die Kunden und setzten die Wünsche zeitnah um.

    Warum bringt den Honda nicht endlich die NX500 mit 21/18? wenn die Chinesen nur den Hauch von einem Bedürfnis wittern, bauen sie eine Version davon.

    als ich letztes Jahr an diesem Motorradtesttag in Hinwil ZH war, habe ich ein paar Modelle progefahren und mit den Händern wirklich nette Gespräche geführt, die meisten waren sehr entspannt und hilfsbereit.

    Dann ging ich zu BMW, der Chef dort hat mich so von oben herab behandelt, bei diesem Händler werde ich gar nie etwas kaufen.

    Auf meine Frage wo den der Preis für eine F900 GS anfängt, meinte er, Liste sei 14400.- dies sei aber nicht relevant, da er sich so eine "nackte" gar nicht in den Showraum stelle.

    Realistisch müsse ich mit 20,000 rechnen.... :teasing-tease:

  • #139

    Leider ist das so, aber eben nur aus meiner rosaroten Honda Brille. :lachen: Du hast also in gewisser Weise recht.

    Grundsätzlich hilft das aber im Wettbewerb dabei, dass sich etablierte Hersteller auf ihren Hosenboden setzen müssen um genau die Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, die Kunden wünschen und bezahlen können.


    Im Falle Rieju stimmt jedoch der Bezug auf China nicht. Rieju ist "noch" ein Spanischer Hersteller".


    lg

    hoffi69

    Honnerd Brozend Sejerlänner:happy-partydance:

    6 Forumstreffen 2019-2024 :romance-grouphug:


    Eat, Ride, Sleep. Repeat :handgestures-thumbupright:

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