Tödlicher Motorrad-Unfall

  • #1

    Ich möchte keinem das Wochenende verderben.


    Hab lang überlegt ob ich es posten soll und mich dann doch dafür entschieden es in entschärfter Variante zu posten.


    Es soll als Denkanstoß dienen, bewußt zu fahren.

    Es entstand ( nicht von mir) und ist von Mittwoch Abend


    Der Motorradfahrer überholte mit großer Geschwindigkeit ( 70 sind erlaubt) vor einer Kurvenkombination, in der vorher links ein asphaltierten Feldweg abgeht. Mein Kollege war auf dem Nachhauseweg und hat geblinkt...

    Der Motorradfahrer war so schnell, daß er über die Pritsche des Bullys folgt und ein Verkehrsschild mit dem Körper aus dem Boden riss. Tot.


    Ebenfalls nur ein paar Tage vorher, beschleunigte ein Motorradfahrer an einer sehr belebten Kreuzung so schnell, daß die schon linksabiegende Frau ihm im Weg war...


    Zwei Tote vor der Haustür in nicht mal einer Woche machen schon nachdenklich und in beiden Fällen trifft eindeutig die Autofahrer keine Schuld.


    Für mich nebenbei ein weiterer Grund an meinem Downsizing ( obwohl das natürlich nur bedingt schützt) festzuhalten.


    Deswegen zum Schluß noch ein schönes Bild von der Feierabend Runde am Donnerstag, die mich an der Unfallstelle vorbei führte.


    Britsh Racing Green trifft Eifel Evenig Blues Green


    Gebt acht Grüße

    HeinoAT

    Manchmal

    sind es nur ein paar Zeilen die uns den Tag verschönern

    Warme Worte für den ganzen Tag

    Ein kleiner Gruß von ganzem Herzen ❤

    Und zwischen den Zeilen ist ein Zauber verborgen, der aus Wolken Zuckerwatte und aus Sorgen Pusteblumen macht.

  • #2

    Es ist wohl müßig und auch schwer möglich, ohne Beteiligter gewesen zu sein, dies zu werten. Wie du schreibst, war der Kradfahrer im ersten Fall viel zu schnell. Er hat vermutlich weder den Abzweig zum Feldweg (Überholverbot an Kreuzungen und Einmündungen) noch den Blinker gesehen.

    Und der Fahrer des Pritschenfahrzeugs hat eventuell nicht beherzigt, was wir alle mal in der Fahrschule gelernt haben: Vor dem Abbiegevorgang mehrmals in den Spiegel zu schauen und kurz vorher den Schulterblick. Vielleicht tat er es auch und sah ihn nicht.

    Es steht niemanden Außenstehendem zu, eine Schuld festzulegen. Und womöglich haben beide Unfallbeteiligten Fehler gemacht.

    Uns bleibt nur, wie du schon schreibst, sich selbst zu mäßigen. Und mit, wie wir es vom Fahrlehrer gepredigt wurde, den Fehlern der anderen zu rechnen. Redet sich leicht daher nach solch schrecklichen Unfällen. Und alle Eventualitäten lassen sich ohnehin nicht einplanen.


    Den Hinterbliebenen und Beteiligten kann man nur viel Kraft wünschen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Old ()

  • #4

    Vielen Dank dafuer. Auch hier starb letzten Sommer ein Motorradfahrer nur wenige Kilometer weiter. Gerade Strecke und Kollision mit einem aus einer Seitenstrasse Kommenden. Den Unfallverlauf kenne ich nicht, aber ich kenne 2 Varianten, bei denen es immer wieder brennzlig wird:

    • Jemand wartet in einer Seitenstrasse und sieht, dass der von links kommende in die Seitenstrasse abbiegen will. So faehrt er los, uebersieht aber, dass von links gleichzeitig ueberholt wird. Das den ueberholenden keine Schuld trifft, hilft nach dem Unfall nicht mehr.
    • Jemand ueberholt eine Kolonne und uebersieht, dass vorne jemand links abbiegen will. Wir hatten auf Tour die Variante, dass der Fuehrende einen Bus ueberholte, um sofort darauf zu bremsen und links abzubiegen. Der 2te in der Truppe ueberholte auch und waere fast in seinen Kumpel geknallt.

    Zumindest hier in Deutschland gibt es m.W.n. kein solches generelles Verbot. Untersagt ist es bei unklarer Verkehrssituation. Und in allen von mir genannten Situationen wurde beim Ueberholen falsch eingeschaetzt, was vorne geschah.

  • #5

    Das ist korrekt, wird in Fahrschulen jedoch so gelehrt.

    Zum einen, wie in dem tragischen Fall, dass jemand vor mir nach links abbiegt. Zum anderen könnte aus der Straße links jemand nach recht in meine Richtung abbiegen.

  • #6

    Man muss immer mit der Unachtsamkeit anderer rechnen, unabhängig von Schuldzuweisungen. In der Kiste liegend nützt einem die Schuld der anderen auch nichts mehr. Wenn an Einmündungen Autos stehen, oder Querstraßen kommen, überhole ich nicht. Kolonnen noch weniger. Kann ich dort nicht sehen, was rechts und links der Straße folgt, ist das Überholen der Kolonne sowieso nur ein Ratespiel. Egal ob ich Vorfahrt auch auf der linken Spur habe oder nicht. Bin ich wieder beim Punkt. Im Sarg oder im Rollstuhl nützt mir meine Vorfahrt, die ich hatte, auch nichts mehr.


    Was erstaunlich ist. Trotz >20 Jahre auf dem Motorrad, haben bei mir Dashcam-Aufnahmen nochmal ein ganz anderes Level an Aufmerksamkeit und einen "Riecher" für komische aufkommende Situationen beschehrt. Statt mit Angst, fahre ich dadurch irgendwie viel entspannter und lasse Idioten im Straßenverkehr einfach Idioten sein, Versuche nicht mein Recht durchzudrücken, denn am Ende des Tages macht nicht mein erkämpftes Recht mich zufrieden, sondern die schöne Motorradtour.


    Im Beschleunigungsvermögen sind wir auf unseren Motorrädern überlegen, in der Knautschzone immer unterlegen ... will ich das Spiel ausreizen? Autofahrer die kein Motorrad fahren, haben keinen Blick und Intention dafür wie sich Zweiräder verhalten. Es sind auch schon Autofahrer gestorben, denn wenn so ein 400-500 kg Konglomerat einschlägt, dann drückt sich das auch recht weit in so ein Auto hinein. Am besten es kommt nicht dazu...


    HeinoAT

    Dein Downsizing ist super - hab ich auch gemacht. Wir hatten ja bereits einmal darüber gesprochen. Am Ende wirst du mit der Triumph weniger brenzlige Situationen haben, würde ich meinen. Gefahrlos ist Motorradfahren zwar niemals, aber Übermut ausschalten (und Kopf einschalten) klappt mit weniger PS einfach besser.


    Am Ende sind die von dir gezeigten Fälle in deiner unmittelbaren Umgebung Fälle, wie sie so häufig auftreten. Es wird nicht mit Fehlern anderer gerechnet ... leider.


    Viele Grüße

    (Familienvater) eijo

    MZ RT 125 00  //  CBR 600 F (PC31) 98 // CB 600 F (PC36) 02 // ATAS 1100 (SD09) 22 // Monkey 125 (JB03) 24 // Tenere 700 (DM15) 24

    Einmal editiert, zuletzt von eijo ()

  • #7

    Mein Motto seit über 40 Jahren:

    Immer mit der Dummheit anderer rechnen!

    Wir sind immer die Schwächeren!


    Oder einen Schutzengel im Fahrzeug nebenan haben.

    Beispiel:
    Meine Frau stand vor ein paar Wochen an einer Bundesstraßenkreuzung und hatte geradeaus gerade "Grün" bekommen.

    Neben ihr auf dem Linksabbieger stand ein LKW dessen Fahrer hupte als meine Frau anfahren wollte...

    Er hat den bei Rot von links nahenden und nicht abbremsenden geradeausfahrenden Truck gesehen und meiner Frau mit einem einfachen Hupen das Leben gerettet;denn sie sah nur den nebenstehenden Lkw und konnte die Kreuzung nicht einsehen!


    Glück und das "Hören" auf andere gehört auch dazu....

  • #8

    Alles sehr tragisch, aber wie meine Vorredner schon erwähnten, fahre auch ich seit 25 Jahren immer so, das ich mit allen Eventualitäten rechne. Keine riskanten Überholmanöver und immer damit rechnen, das andere auch Fehler machen.

    Seit ich vorwiegend mit Sozia fahre, noch defensiver.

    Gerade wenn wir bei bestem Wetter im Harz unterwegs sind, hab ich nach dem Nachhausekommen ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln.

    Ich fahre meinen Stiefel hin und komme hoffentlich gesund wieder nach Hause.

    Wenn mir doch mal die Pferde durchgehen, bekomme ich sowieso einen Rippenstoß von hinten... 8o ...und bremse ein.

    Ich habe mir über die letzten Jahre eine defensive Fahrweise angewöhnt, aber rechne immer auch mit Fehlern der anderen Verkehrsteilnehmer.

    _______________________________________________________
    Honda Africa Twin XRV 750 RD07A Bj. 1996 mit 136.000km
    KTM 990 SMR Bj. 2011 mit 12300km
    Honda CRF 1000 Africa Twin DCT Bj. 2017 mit 34999km

  • #9

    Da kannste noch so aufpassen, irgendjemand schafft es immer einen abzuräumen.

    Ist mir 1994 passiert. Innerorts bei einer abknickenden Vorfahrtstraße. Ich war auf der Vorfahrtstraße und wollte geradeaus fahren. Der Gegner war das auch und fuhr geradeaus. Auf der Ecke steht ein großes Haus. Du kannst also nicht die Straße einsehen. Aus dieser Richtung kam ich. Der ist mir dann in die linke Seite gefahren, Ergebnis war linkes Bein 8-mal gebrochen. Er war zu 100% Schuld, ist einfach ohne zu gugge über die Kreuzung gefahren. Gute Endurostiefel haben wohl den Fuß gerettet.

  • #10

    Ich bin auch schon einmal fast erledigt gewesen. Linksabbieger fährt von Rechts kommend auf gerader Landstraße einfach raus und bleibt genau in der Szraßenmitte stehen. Nachdem ich zum stehen gekommen bin ( zum Glück bin ich vorausschauend und bremsbereit gefahren) ist das Auto einfach weitergefahren. Bravo


    Es ist aber leider so, dass zu 99% überhöhte Geschwindigkeit im Spiel ist. Und das ist dann meistens äußerst tödlich.


    Wir mit unseren lahmen (102 PS) Töpfen sind eher nicht die gefährdete Spezies.


    Ich kenne da so einige, die wirklich mit ihren 1000 er Sportlern alles geben müssen und keine Ahnung haben, wie gefährlich das ist.

    Hauptsache ein schönes Video auf yt.

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