Résumé zum Abschied
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#25 Alles anzeigenGenau!
Ich beneide manchmal die Liebhaber, welche sich so auf ein Modell fixieren können dass sie damit ihr halbes Motorradleben verbringen können. Das ist eine Form der Treue die ich sehr sympathisch und nachahmenswert finde. Ich muss auch zugeben, dass mich fälschlicherweise genau dieses Gefühl immer wieder zu einem Neukauf verleitet hat: Genau die ist es! Die werde ich kaufen und damit den Rest meiner Tage verbringen! Und dennoch hat immer wieder der Reiz des Neuen all diese Pläne über den Haufen geworfen... Tatsache ist aber, dass ich fast jeden meiner VERKÄUFE nach gewisser Zeit bitter bereut habe. Wäre ich auf einem Gutsbesitz aufgewachsen und hätte auch die nötige finanzielle Ausstattung besessen könnte ich jetzt sicher voller Stolz auf ein kleines privates Motorradmuseum blicken. Und die AT wäre sicher eines der Schmuckstücke darunter.Du sprichst mir aus der Seele! Vielleicht schaffe ich es ja diesmal....
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#26 Alles anzeigenDas stimmt nicht so ganz, mein Auto habe ich für 33000 € vor ca. 20 Jahren gekauft und jetzt ist es ca. 90000 € wert.
Das würde ich mal als Ringeltaube bezeichnen.
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#27 Alles anzeigenIch verstehe nicht diese hier immer gleich geführte schwarz oder weiß Diskussion über die Wartung.
Es gibt neben der (meist) teuren Honda Vertragswerkstatt und dem selber schrauben auch noch Dinge dazwischen.
Eine gute kleine freie Werkstatt zum Beispiel.
Bei meiner ist das ein ein Mann Betrieb. Und der Ist staatlich geprüfter Meister in seinem Fach.
Hier ist mein Vertrauen sehr groß und sein Kundenstamm treu über die Jahre.
Das Verhältnis sehr persönlich, kein großes und teures Showroom Bling Bling und die Preise DEUTLICH unter dem einer Honda Werkstatt!
Aber hier geht es immer nur darum selber schrauben oder Honda Werkstatt...
Was aber auf jeden Fall zutrifft ist, dass die Ersatzteilpreise von Honda schon teilweise unverschämt hoch sind.
Wenn ich nur an den Steuerkettenspanner meiner NC denke... Ein kleines Plastikreichen für über 150,-. Materialwert vielleicht 1-2 Euro.
Das kann einen schon sehr verärgern.
Wenn ich da die Ersatzteilpreise von Mercedes anschaue, da wundere ich mich öfters, dass die Teile deutlich preiswerter sind wie beim Motorrad.
Zum Motorradwechsel...
Wäre es ansonsten DAS Motorrad für Dich gewesen, hattest Du das Wartungsthema sicher auch irgendwie gelöst. Denn die großen Wartungsarbeiten sind ja jetzt nicht ständig am der Reihe und eher die Ausnahme.
Vielleicht ist eine emotionale Bindung zu einem Fahrzeug auch schwieriger wenn man weiß, das man es sowieso fast jedes Jahr wieder austauscht?
Aber wie auch immer, das Bike soll zu Dir und zu Deinem Leben passen. Alles andere ist doch Schnuppe. Von daher, viel Spaß weiterhin egal mit welchem Untersatz

Hallo Stivi,
Du sprichst da ein wichtiges Thema an mit den freien Werkstätten bzw. vertrauenserweckenden Mechanikermeistern. Hier in unserem Ballungsraum Rhein - Neckar kannte ich eigentlich nur eine solche Adresse, sie nannte sich Zylinderschleiferei König. Dieser Herr König war einer der ersten offiziellen Hondahändler in Deutschland und weithin für die Qualität seiner Arbeit bekannt, er genoss in informierten Kreisen einen hervorragenden Ruf als bescheidener, weniger gewinnorientierter als vielmehr von präziser Arbeit besessener Einzelkämpfer und Motorradliebhaber. Manchmal war der Umgang mit ihm nicht leicht, aber so ist es nun mal mit Genies. Meine Frau und ich flogen einmal aus seinem Laden, weil ich es gewagt hatte, die damals gerade erschienene 6-Zylinder CBX 1000 als "wahrscheinlich ziemlich unhandlich" zu bezeichnen...

Viele Kunden kauften irgendwo anders wo es billiger war aber für die Inspektionen kamen sie dann zu ihm. Honda Deutschland kickte ihn leider aber schon Anfang der neunziger Jahre aus dem Händlernetz weil er sich weigerte, Millionensummen in einen repräsentativen Showroom zu stecken. Hier im Ballungsraum machten dann zwei andere Händler das große Geschäft mit der expandierenden Marke: beide zweifelhaften Ursprungs, unzuverlässig im Service aber dank Lockangeboten umsatzstark. Die liederliche Qualität ihrer Werkstätten musste das belastbare Material von Honda kompensieren. Herr König übernahm noch eine zeitlang die Inspektionen und Reparaturen für seine ehemaligen Kunden auf freischaffender Basis. Später hat er sich dann voll und ganz der Instandhaltung von japanischen Motorrädern der sechziger und siebziger Jahre verschrieben, vorrangig natürlich Honda. Ich habe ihn vor fünf Jahren nochmal kontaktiert, nachdem ich nach zwanzig Jahren Abwesenheit wieder nach Ludwigshafen zurückgekehrt war. Er hat mir völlig unentgeltlich Tipps und Material gegeben, damit ich einen durch den Vorbesitzer verursachten doppelten Standrohrschaden an einer 750er VFR ohne teuren Austausch beheben konnte. Inzwischen ist er im Ruhestand und ein Reichtum an Expertise wird für immer verloren gehen... und ich sehe außer den aufgeblasenen "Money-Making-Machines" keine vertrauenswürdigen Alternativen. Vielleicht bin ich unter den Privatleuten als gelernter Mechaniker mit über 40 Jahren Schraubererfahrung sogar selbst noch das kleinste Übel... soviel zur aktuellen Lage hier im Rhein Neckar Raum und der Honda - Werksphilosophie. Ich erkenne zwar an dass die Ingenieure in Kumamoto herausragende Arbeit leisten, ebenso das ehemalige Research and Development Center in Offenbach, aber der aktuelle Vertrieb in Europa und die Kalkulation der Ersatzteilpreise (Bsp. Sitzbank Honda VFR 750 F ´91: 800 €!) lässt mich nicht zu einem unvoreingenommen Honda-Fanboy mutieren. Solche Marktmacht-Aktionen wie das EU-Monopol auf die passende NGK-Zündkerze damit der Kunde genötigt ist in den USA zu bestellen weil die dortige Rechtslage einen solchen Wildwuchs untersagt lösen bei mir eine Gegenreaktion aus.
Genau dies - und ihre schrauberunfreundliche Verbautheit welche ich erst nach dem Kauf erkannte - haben trotz der hervorragenden Fahreigenschaften einer Dauerbeziehung keine Chance gelassen. Zudem ich mein Motorrad jedes Jahr im September auf mehr oder weniger anspruchsvollen Schotterpisten bewege und einen Sturz immer einkalkulieren muss. Im Falle der AT würde das für mich außergewöhnlich teuer oder wertmindernd ablaufen, für Honda dagegen außergewöhnlich erfreulich.
Sollte ich in zehn Jahren noch fahren können und dann eine gut erhaltene SD06 für 3500 € zu bekommen sein - inflationsbereinigt vielleicht 4500 - dann reden wir nochmal drüber....

Viele Grüße und bleibt gesund!
Alles anzeigenund ich dachte, hier wollte sich jemand verabschieden und jetzt wird hier der nächste Weltkrieg angezettelt.
Ich vom meiner Seite aus sage dir, allzeit gute Fahrt und alles Gute auf all deinen zukünftigen Mopeds.
Danke efjot, das wünsche ich Dir auch!
efjot?
Eine FJ 1200 mit 130 PS hatten wir auch ein paar Jahre, meine Frau fuhr sie von 1988 - 1990. Die war so elastisch und durchzugsstark, die hätte fast gar kein Getriebe gebraucht. Und ein tolles Design: Bleu-Blanc-Rouge. Wir haben sie in bester Erinnerung...
Alles anzeigenRobert, wieso ist es für Dich ein finanzieller Verlust, wenn Du ein Motorrad fährst und nach x Jahren und y km verkaufst ?
Ich wüsste jetzt kein Fahrzeug, das an Wert gewinnt, wenn es gefahren wird. Man kann sich Dinge auch sauer denken oder reden.
Ist so mein Eindruck bei Deine Posts.
Gruß
Claus
Hallo ck1,
wenn ich mich von einem Motorrad schon nach kurzer Zeit wieder trenne weil ich zu der Überzeugung gelangt bin dass es nicht das Richtige für mich ist, dann muss ich abwägen ob mir der Erkenntnisgewinn und das zwischenzeitliche Fahrvergnügen meinen finanziellen Verlust, also den Differenzbetrag zwischen Einstands- und Verkaufspreis, wert waren. Aber ein Minus hat man in der Regel immer. Im Falle der SD06 war es mir das durchaus wert, weil das Erlebnis lohnenswert war und ich ausgestiegen bin bevor weitere Investitionen anstanden. Sicher hätte die Rechnung anders ausgesehen hätte ich mich auf Schotter flach gelegt und vielleicht 2000 € in Plastik investieren müssen. Das ist eine Verantwortung die man beim Besitz einer Neumaschine eben tragen muss.
Es gibt aber auch Ausnahmen: Bei zweien meiner Motorräder habe ich sogar noch einen Gewinn erzielen können, jedenfalls wenn man nur den finanziellen Aspekt und nicht die Arbeitszeit in die Rechnung einbezieht.
Der erste Fall war eine 97er Freewind mit Motor- und Vergaserschäden die ich für 300 € erstand inkl. H/B Koffersatz, Träger, Topcase, Sturzbügel, Hauptständer und Handprotektoren. Der Vorbesitzer hatte nach mehreren erfolglosen aber kostenpflichtigen Instandsetzungsversuchen einer Hinterhofwerkstatt dermaßen die Faxen dicke, dass er die Freewind sechs Jahre in einer Garage verstauben ließ um sie mir dann fast zu schenken. Diese Werkstatt hatte dann auch noch die Verkleidungsschrauben verschlampt, weshalb ich außer einem sprichwörtlichen "Nakedbike" auch noch einen Haufen Plastikteile mitbekam...
Ich musste eine Zylinderfuß-, eine Zylinderkopf- und zwei Ventildeckeldichtungen investieren, zwei Vergaser-Reparatursätze und einen für den Benzinhahn, verschieden Gummidichtungen am Benzintank, einen Kettensatz und einen Tachoantrieb. Die fehlenden Verkleidungsschrauben, mit Spezialkontur nicht durch Standardschrauben ersetzbar, bekam ich zum Glück preiswert über die Bucht. Was ich da an Arbeitszeit investiert habe muss enorm gewesen sein, mehr als 100 Stunden dürften da im Laufe zweier Jahre bestimmt angefallen sein. Aber es wurde ja die Maschine meiner Tochter, und der berechne ich ja keine Stundensätze...
Für mich war es ein relativ risikofreies Bastelprojekt bei dem ich viel dazugelernt habe, inkl. dem Versuch ein Ventil einzuschleifen.Die Maschine konnte ich zwei Jahre später für 1200 € verkaufen, für die abmontierten Kofferträger, Koffer, Topcase, und Sturzbügel bekam ich von verschiedenen Kunden auch nochmal 500 €. Die ganzen Dichtungen und Reparatursätze schlugen mit ca. 150 € zu Buche. Würde ich solche Aktionen erwerbsmäßig betreiben wäre ich wahrscheinlich nicht ganz dicht, aber als Hobbyprojekt mit einem solchen Abrechnungsergebnis war es dann doch erfreulich.
Das zweite "einträgliche" Motorrad war eine praktisch im Neuzustand erhaltene Suzuki DL 650 V-Strom ´04. Der Vorbesitzer war ein Fahrradmechanikermeister der mich in Sachen Sorgfalt, Hingabe und Bastelleidenschaft noch bei weitem übertraf. Das Motorrad war trotz 35.000 km und einem Alter von 13 Jahren einer Neumaschine in meinen Augen vorzuziehen und kostete dennoch inkl. Zubehör im Wert von 2000 € nur komplett 2700. Drei Jahre später sah mein Käufer das ähnlich und so konnte ich sogar nach Abzug sämtlicher von mir zwischenzeitlich getätigten Investitionen einen zwar bescheidenen, aber immerhin vorhandenen Gewinn verbuchen.
Bei einem Neukauf sind solche Glückstreffer natürlich nicht möglich.
Viele Grüße!
So, jetzt ist aber Schluss, wie schon einer sagte, ich wollte mich ja eigentlich nur verabschieden.
Vielen Dank für die Reaktionen auf meinen Beitrag, Eure Geduld beim Lesen meiner ausführlichen Statements - daran erkennt man den Ruheständler - und viel Spaß und tolle Erlebnisse mit Euren Africa Twins!
Und hoffen wir, dass die Pandemie nicht unsere Reisepläne über den Haufen wirft.
Viele Grüße, hoffentlich doch noch frohe Feiertage und - bleibt alle gesund!
Robert
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#29 Alles anzeigenDas Auto ist ein Porsche 911 Cabrio, Modell 964, Bauj 1992, Original Werksturbolook. Davon wurden nur ca. 1100 gebaut.
Da haste aber mal einen rausgehauen....
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#30 Wollte damit nur sagen, das wenn man Glück hat, nicht immer ein Wertverlust sein muss. Das Glück hatte ich auch schon bei einem
300 SL R 129. Fahre seit 40 Jahren meist einen Oldtimer nebenher. Es fing an mit einem Fiat 124 Spider, dann Lancia Delta Integrale, Jaguar E, Triumpf TR5, Lancia Fulvia, Käfer Cabrio, E Klasse Cabrio, 2 x 300 SL und jetzt Porsche.
Alte Autos haben einfach Charakter und sehen für mich einfach schöner aus.
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